
Militanz und Antimilitanz im Koran
Historisch-kritische Untersuchungen zur Korangenese und zu den Ursprüngen des militanten Islam
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Gewalt im Islam – dieses Thema entfacht seit Langem leidenschaftliche Debatten auf allen Ebenen. Dazu liefert diese Studie jetzt einen wissenschaftlichen Beitrag mit höchst bemerkens werten Erträgen: Pohlmann kommt zu dem Ergebnis, dass die Textbereiche und Textfolgen zum Themenkomplex »Militanz und Antimilitanz im Koran« eine Konfl iktkonstellation innerhalb der koranischen Gemeinde nach dem Tod des »Gesandten« widerspiegeln. Die Militanz propagierenden Passagen im Koran sind späte Interpolationen und kollidieren als ein »Fremdkörper« mit der Grundkonzeption koranischer Frömmigkeit. Ihre Autoren haben bereits die kriegerischen Entwicklungen auf der arabischen Halbinsel nach dem Rückzug der byzantinischen Ordnungsmacht im Blick. Ihre Textprodukte zielen letztlich darauf ab, den koranischen Glauben samt der entsprechenden friedfertigen Frömmigkeitspraxis zu einer Herrschaft stabilisierenden sowie Macht und Gewalt legitimierenden Religion, zur Religion eines zu organisierenden Imperiums umzugestalten. Bekanntlich wird der gesamte Inhalt des Korans muslimischerseits bislang ausnahmslos von Mohammed hergeleitet. Dass dies keinesfalls stimmen muss, legt Pohlmann in dieser Untersuchung dar. Er wendet wie bereits in seinem früheren Band über »Die Entstehung des Korans« konsequent den Methodenapparat historischkritischer Textanalysen an, wie das in der heutigen Bibelwissenschaft Standard ist, in den sogenannten westlichen akademischen Koranwissenschaften dagegen noch eher eine Seltenheit.
Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1. Auflage
- Erscheinungsdatum
- 08.10.2018
- Umfang
- VI und 227 Seiten
- ISBN
- 978-3-402-13382-8
- Format
- gebunden
- Bereich
- Aschendorff: Wissenschaft und Forschung