
Studia Oecumenica Friburgensia · Band 54
Quellen zur Geschichte der Kirchenunionen
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Das lateinische Wort unio, das „Einheit, Vereinigung“ heißt, ist durch die Unionen einzelner Kirchen östlicher Tradition mit dem Bischof von Rom in Misskredit geraten. Die mit Rom unierten Ostkirchen verstehen sich als Brücke zwischen Ost und West. Von den orthodoxen Kirchen werden sie hingegen als Hindernis für eine Annäherung betrachtet. Im internationalen orthodox-katholischen theologischen Dialog hat das Dokument von Balamand (1993) den „Uniatismus“ als Weg zur Einheit der Kirche verworfen. Doch ein rezipierter Konsens ist bislang nicht entstanden.
Der hier vorgelegte Band legt die Originalquellen der Unionen des 16. bis 18. Jahrhunderts mit einer deutschen Übersetzung und Kommentaren vor. Die Einblicke sind atemberaubend und machen die Wurzeln der heutigen Spannungen verständlich: Die östlichen Initiativen berufen sich auf das Unionsdekret des Konzils von Florenz (1439) und wollen die Gemeinschaft der einen Kirche erneuern. Die Päpste behandelte die östlichen Christen nach dem Modell der gerade durchlebten Krise der Reformation. Er sah in ihnen nicht Kirchen, sondern abtrünnige Individuen, und verlangte bedingungslose Unterwerfung.
Die gemeinsame Aufarbeitung dieser Geschichte der Missverständnisse kann dazu beitragen, die Erinnerungen zu heilen und die heutigen Bemühungen um Einheit (unio) auf eine konsensfähige Grundlage zu stellen.
Bibliographische Angaben
- Reihe
- Studia Oecumenica Friburgensia, Band 54 (2017)
- Auflage
- 1. Auflage
- Umfang
- 261 Seiten
- ISBN
- 978-3-402-12020-0
- Format
- E-Book
- Bereich
- Aschendorff: Wissenschaft und Forschung











