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Jan Hus (um 1372–1415) Ebook PDF

Prediger, Theologe, Reformator

Vor gut 600 Jahren wurde der aus dem südböhmischen Husinetz stammnde Prager Magister Johannes (Jan) Hus (1372–1415) auf dem Konstanzer Konzil vor allem wegen seiner Lehre von der Kirche als hartnäckiger Ketzer zum Tod verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auf der Grundlage der autochthonen böhmischen religiösen Bewegungen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, des an der Prager Universität unter den Magistern der böhmischen Universität vorherrschenden Augustinismus und des unter ihnen wachsenden, von ihm durchaus modifizierten Wyclifimus entwickelte Hus als Prediger an der Bethlehemkapelle und Universitätslehrer das ihm eigene, pastoral geprägte Kirchenverständnis. Die Heilige Schrift (die Lex Dei) und die Suche nach der Wahrheit bildeten die Richtschnur seines Lebens; sie bestimmten seine Entscheidungen in den Konflikten mit dem Prager Erzbischof, dem böhmischen König, dem Papst und dem Konzil. Das Bestehen auf Belehrung durch die Schrift und die Sorge um seine breite Anhängerschaft hielten ihn von dem durch das Konstanzer Konzil geforderten Widerruf der ihm zum Teil von falschen Zeugen angelasteten Thesen ab. Seine Anhänger feierten ihn nach seinem Tod als Märtyrer und Heiligen.
In jüngerer Zeit galt Hus von Seiten katholischer Theologen als Bahnbrecher des Zweiten Vatikanischen Konzils. Der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Prag 1990 und die auf dessen Anregung errichtete, ökumenisch zusammengesetzte „Kommission für das Studium der mit der Persönlichkeit, dem Leben und Werk des Magisters Johannes Hus verbundenen Problematik“ bei der Tschechischen Bischofskonferenz 1993 sowie die internationalen, auf ökumenischer Basis veranstalteten wissenschaftlichen Hus-Symposien in Bayreuth 1993 und im Vatikan 1999 waren in jüngster Zeit die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur heutigen Sicht Hussens als Reformator der „ersten“ Reformation in Europa. Kurz vor dem Gedenken an Hussens Tod vor 600 Jahren gedachte Papst Franziskus bei einem Treffen hochrangiger Repräsentanten der christlichen Kirchen, der Politik und der akademischen Gremien Tschechiens im Apostolischen Palais im Vatikan am 15. Juni 2015 mit Hochachtung des Reformators: der „renommierte Prediger“ und Rektor der Prager Universität, der lange Zeit „Streitobjekt“ unter den Christen war, sei heute zu einem „Anlass des Dialogs“ geworden.
Machilek, Franz
Kath. Leben und Kirchenreform im Zeitalter der Glaubensspaltung
Bandnummer 78/79
DOI-Nummer 10.17438/978-3-402-11100-0
Umfang 272 Seiten
Erscheinungstermin 02.10.2019
Preis 20,50 €

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