Küster im Fürstbistum Münster

Eibl, Sabine
Küster im Fürstbistum Münster
Stabsdisziplinierung, Gemeindeansprüche und Eigeninteressen im konfessionellen Zeitalter
 
Bandnummer
27
Auflage
1. Auflage
Umfang
244 Seiten
Einband
kartoniert
Erscheinungstermin
24.05.2016
Bestell-Nr
15069
ISBN
978-3-402-15069-6
Preis
44,00

Weitere Informationen

Die Untersuchung des Küsteramtes im Prozess der Konfessionalisierung verspricht in vielerlei Hinsicht aufschlussreich zu sein: Zum einen agierten die Küster in der sakralen Welt der Kirche. Nicht nur hatten Sie sich um die Sauberkeit und Unversehrtheit von Kirchengebäude, liturgischen Paramenten und Gewändern zu kümmern, sondern in ländlichen Pfarrgemeinden war es auch üblich, dass Sie den Pfarrern bei Messfeiern sowie der Spendung der Sakramente assistierten. Somit waren Sie einerseits stark in die Welt der Kirche mit eingebunden und hatten dafür Sorge zu tragen, dass diese klerikale Umgebung nicht durch profane Einflüsse beschmutzt wurde. Andererseits gründeten Sie – im Gegensatz zu den katholischen Pfarrern – als Laien auch Familien und gingen sogar Nebenerwerbstätigkeiten nach. Ebenso wie die übrigen Gemeindemitglieder bebauten sie Land, besuchten Wirtshäuser und nahmen Gemeindeämter, wie beispielsweise dasjenige des Nachtwächters, an. All dies verband sie wiederum mit der profanen, alltäglichen Umgebung und einer weltlichen Lebensgestaltung. Eine Schlüsselposition im dörflichen Leben nahmen die frühneuzeitlichen Küster zudem dann ein, wenn sie zugleich das Amt des Schullehrers innehatten. Die Eingebundenheit der Küster sowohl in die kirchlich-sakrale als auch in die weltlich-profane Umgebung und die daraus folgende Rolle im Prozess der Konfessionalisierung werden in dieser Studie anhand einer möglichst dichten Darstellung der Lebenswirklichkeit nachgezeichnet.

Über den Autor

Sabine Maria Eibl, Geb. 01.10.1980 in Paderborn; geb. Kötting; Studium der Geschichte, Historischen Hilfswissenschaften und Ethnologie in Münster 2000-2006; ab 2007 Stipendiatin des Institutes für Religiöse Volkskunde Münster; Promotion 2011; Mai 2011-Mai 2013 Referendariat beim Landesarchiv NRW; seit Mai 2015 beim Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland beschäftigt, seit Mai 2015 als Archivrätin.

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