Kann ein Gefängnis ein Ort der Gerechtigkeit sein – für Inhaftierte, für Betroffene und für die Gesellschaft?
Restorative Justice stellt eine entscheidende Frage an den modernen Strafvollzug: Was geschieht, wenn Gerechtigkeit nicht allein als Strafe verstanden wird, sondern als Weg zu Verantwortung, Anerkennung und möglicher Heilung? Aus christlich-sozialethischer Perspektive eröffnet dieses Buch einen neuen Blick auf den Justizvollzug. Es zeigt, wie restorative Verfahren bestehende Strafpraxis herausfordern, das Vollzugsziel der Resozialisierung vertiefen und Räume schaffen können, in denen Verletzungen, Bedürfnisse und Verantwortung neu zur Sprache kommen. Dabei werden die ethischen Grundlagen von Freiheit, Schuld und Verantwortung ebenso beleuchtet wie konkrete Ansätze des Täter-Opfer-Ausgleichs im Strafvollzug.
Zwischen theologischer Ethik, Rechtswissenschaft, Menschenrechten und traumatherapeutischen Perspektiven entsteht ein vielschichtiger Beitrag zu einer Gerechtigkeit, die mehr will als Vergeltung. Dieses Buch lädt dazu ein, kritisch zu hinterfragen, inwiefern Strafvollzug ein Ort sein könnte, an dem Verantwortung möglich wird, Verletzungen ernst genommen werden und die Frage nach einem guten Leben für alle Beteiligten nicht verstummt.