Gut ein Jahrhundert nach ihrer breiten Etablierung scheint die Demokratie an einem historischen Scheideweg zu stehen. Während sie lange Zeit als Erfolgsmodell galt, übersteigt die Zahl autoritärer Regime inzwischen die Zahl der Demokratien weltweit. Daneben gibt es Kritik von innen angesichts mangelnder Partizipation bestimmter Milieus, der Frage nach der Definition des demos in einer multikulturellen Migrationsgesellschaft oder Zweifel an der Leistungsfähigkeit angesichts von Personalmangel in Justiz und Verwaltung.
Dieser Band greift die genannten Krisenphänomene und anstehenden Herausforderungen aus der Perspektive der Christlichen Sozialethik kritisch auf und lotet Möglichkeiten der Transformation aus:
• Welchen Herausforderungen ist die Demokratie derzeit genau ausgesetzt und was steht dementsprechend auf dem Spiel?
• Welche Geltungsansprüche treten mit welchen Berechtigungen im Diskurs auf und welche Auswirkungen ergeben sich daraus für das politische System?
• Wie verändern sich Aushandlungsprozesse, in denen diese Geltungsansprüche miteinander ins Gespräch gebracht und gegeneinander abgewogen werden?
• Welche Ressourcen können zu einer konstruktiven Bewältigung der Herausforderungen beitragen und wie können sie mobilisiert werden?