Suo sunt genera christianorum

Mielke, Prisca
Suo sunt genera christianorum
Untersuchungen zur Frage der Legitimität volkssprachlicher Bibellektüre am Ausgang des Mittelalters und der frühen Neuzeit
 
Auflage
1. Auflage
Umfang
335 Seiten
Einband
kartoniert
Erscheinungstermin
15.10.2019
Bestell-Nr
24579
ISBN
978-3-402-24579-8
Preis
49,00

Weitere Informationen

Die Bibel ist kein Buch wie jedes andere. Auch in Hinblick auf ihre Übersetzungsgeschichte nimmt sie eine Sonderstellung ein. Kein Buch wurde, ganz oder teilweise, in so viele verschiedene Sprachen übersetzt. Über Jahrhunderte beschäftigte die Frage nach der Legitimität volkssprachlicher laikaler Bibellektüre nicht nur Theologen und Intellektuelle. Einerseits war das Wort Gottes unter allen Umständen vor verfälschenden Eingriffen oder Fehlinterpretationen zu bewahren,andererseits sollte es als heilsnotwendige Grundlage des christlichen Glaubens und
„textuelle Basis“ der Liturgie einer möglichst großen Öffentlichkeit zugänglich sein.
Auch im Schrifttum der Devotio moderna, einer Frömmigkeitsbewegung, die Ende des 14. Jahrhunderts in den Niederlanden entstand, spiegelt sich dieser Konflikt.
Anhand zweier Gerhard Zerbolt von Zutphen zugeschriebener Traktate, „De libris teutonicalibus“ und dem siebenten Kapitel von „Super modo vivendi“ zeichnet Priska Mielke die Argumentationslinien der „Brüder vom gemeinsamen Leben nach“ und geht gleichzeitig der Frage nach, welchen Einfluss die Übersetzung eines Traktates über die Legitimität von Bibelübersetzungen auf dessen sprachliche Gestalt, Adressatenbezug und Zitierpraxis hatte.
Gerade ihre Haltung in Bezug auf die laikale Bibellektüre hat der Devotio moderna den Ruf einer „Reformationsbewegung avant la lettre“ eingetragen, eine Auffassung, die sich so weder in „De libris teutonicalibus“ noch in Hinblick auf andere Konfliktpunkte bestätigt findet.

Über den Autor

Priska Mielke, geboren 1977 in Wipperfürth, studierte an der Universität zu Köln Germanistik mit dem Schwerpunkt Ältere deutsche Literatur, Mittlere und neuere Geschichte sowie Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft. Als Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt der DFG zur Digitalisierung der Inkunabeln der Anna-Amalia-Bibliothek in Wolfenbüttel kam Priska Mielke während des Studiums in Berührung mit Frühdrucken aus den unterschiedlichsten thematischen Bereichen. Das Interesse der Autorin an theologischen Fragestellungen gab den Ausschlag zu einem Promotionsvorhaben, dessen Abschluss die vorliegende Publikation bildet. Priska Mielke lebt in Köln.
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