Gekauft im Namen des Herrn

Küppers-Braun, Ute; Küppers-Braun, Ute
Gekauft im Namen des Herrn
Afrikanische Kindersklaven in europäischen Klöstern im 19. Jahrhundert
 
Auflage
1. Auflage
Umfang
429 Seiten
Einband
gebunden
Erscheinungstermin
07.10.2021
Bestell-Nr
24814
ISBN
978-3-402-24814-0
Preis
39,00
Italienische Priester kauften auf den Sklavenmärkten in Ägypten weit über 1000 sudanesische Mädchen, weniger um sie zu befreien als durch die Taufe ihre Seelen zu retten. Die meisten schmuggelte man zur Erziehung in europäische Frauenklöster. Rom beförderte dieses Projekt, Missionsvereine in Wien und Köln sammelten eifrig Spenden für den éLoskauf‘ der Kinder. Auf der Grundlage archivalischer Quellen und der zeitgenössischen Presse wird erstmals das oft tragische Schicksal dieser Mädchen in Europa beleuchtet. Hier zeigt sich ein anderes Bild als es über die ehemalige Sklavin Josefine Bakhita (gest. 1947) in vielen Publikationen verbreitet wurde. Sie wurde im Jahre 2000 heilig gesprochen und gilt als éPatronin des Sudan‘.
Das 19. Jahrhundert war die Hoch-Zeit der Sklavenjagden im Sudan. Auch 5-14-jährige Kinder wurden verschleppt, um sie auf den großen Sklavenmärkten in Kairo und Alexandria anzubieten. Von 1845-1884 kauften italienische Priester hier hunderte von Kindern, um sie nach Europa zu schmuggeln. Ihr Motiv war weniger die Befreiung aus der Sklaverei als die Rettung der Seelen durch die Taufe. Frauenklöster in Italien, in Frankreich und im deutschsprachigen Raum konkurrierten um die Aufgabe, die Kinder christlich zu erziehen. Manchmal sollten sie auch als Helferinnen für die Mission ausgebildet werden. Erziehungsziele und -methoden der Nonnen waren extrem unterschiedlich. Es gab Nonnen, die sich rührend um die Kinder kümmerten, aber häufig auch Indoktrination und Erziehung zu Selbsthass und Leidensfrömmigkeit, was an den Lebensläufen einzelner Mädchen gezeigt werden kann. Sowohl der päpstliche Stuhl als auch Missionsvereine in Wien und Köln unterstützten diesen éLoskauf‘. Doch 80% der Kinder starben schon nach 1-2 Jahren, nur wenige kehrten nach Afrika zurück. Anpassung und Widerstand der Afrikanerinnen gegen die klösterliche Erziehungspraxis werden hier erstmals anhand von Quellen aus kirchlichen Archiven und der zeitgenössischen Presse in internationaler Perspektive untersucht.
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