Lady Abbess

Westphalen, Gerlinde von
Lady Abbess
Benedicta von Spiegel
Politische Ordensfrau in der NS-Zeit
 
Auflage
1. Auflage
Umfang
537 Seiten, mit Abbildungen
Einband
gebunden
Erscheinungstermin
01.11.2022
Bestell-Nr
24914
ISBN
978-3-402-24914-7
Preis
28,00

Weitere Informationen

Benedicta von Spiegel (1874-1950) war eine ungewöhnliche Ordensfrau: weltläufig, politisch und im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Geboren in Helmern/Willebadessen, stammte sie aus westfälischem Stiftsadel. Gegen den Willen der Familie entschied sie sich für ein Klosterleben, zunächst im belgischen Maredret, ab 1915 in Eibingen bei Rüdesheim. Zweifel an ihrer Eignung als Nonne überschatteten die ersten 18 Jahre im Kloster. Der Wechsel in die Benediktinerinnenabtei St. Walburg nach Eichstätt in Oberbayern 1918 brachte die Wende. 1926 zur Äbtissin gewählt, führte v. Spiegel die Abtei durch die NS-Zeit. Sie gehörte dem Widerstandskreis um den Journalisten Fritz Gerlich an. 1934 gründete sie in Boulder/Colorado ein Kloster als Fluchtort vor den Nazis. "The First Lady Abbess ever" auf amerikanischen Boden wurde zum Medienereignis. Von Spiegel kämpfte nicht nur beharrlich um ihre Abtei, sondern mit ihren Freunden gegen das NS-Regime. Unentdeckt unterstützt durch einen NS-Parteigenossen und Duzfreund von Rudolf Hess. Ihren Geschwistern in Westfalen blieb sie eng verbunden und erlebte, wie die Nazizeit die Familie spaltete. Zum Kriegsende setzte sie sich unter Lebensgefahr in heimlichen Verhandlungen mit den Alliierten für die kampflose Übergabe Eichstätts ein. Die Stadt zeichnete sie dafür als Ehrenbürgerin aus.
Benedicta von Spiegel ist auf dem Friedhof der Abtei St. Walburg beerdigt.
Erstmals konnten in großem Umfang Archivmaterialien aus schwer einsehbaren Klosterbeständen und aus Privatbesitz ausgewertet werden. Ein lebendiges Bild von einer bedeutenden Äbtessin im "3. Reich" ist entstanden. Ebenso ein neuer Blick auf die enge Freundin der Äbtissin: Die stigmatisierte Therese Neumann aus Konnersreuth und ihre vorgetäuschte Nahrungslosigkeit.
Die quellenbasierte Biographie ist zugleich ein Beitrag zur NS-Widerstandsforschung.

Die Autorin:
Gerlinde Gräfin von Westphalen, Dr. phil., studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Trier, Köln und Berlin. 20 Jahre leitete sie eine eigene Kunstgalerie in Thüringen und kuratierte Ausstellungen. Seit 2020 lebt sie in Paderborn als Publizistin. Ihre Biographie: Die letzte Fürstin – Anna Luise von Schwarzburg (1874–1951) liegt in der 5. Auflage vor.
programmierung und realisation © 2022 ms-software.de