Ulrike Heitmüller ist im christlichen Fundamentalismus aufgewachsen: Die Welt wurde in sieben Tagen erschaffen, von nichtehelichem Sex kommt man in die Hölle, die meisten Leute aus der Landeskirche sind "Lauwarme" und Gott wird sie ausspeien, das gegenwärtige Zeitalter steht unter der Herrschaft des Satans. Aber bald wird vom Himmel her die Posaune Gottes erschallen und Jesus in den Wolken erscheinen. Er wird die Seinen zu sich holen und im Jüngsten Gericht freisprechen. Die Ungläubigen dagegen wird er auf der Erde zurücklassen, wo der Antichrist sie terrorisiert. Das Mädchen musste unbedingt an Gott glauben! Sonst würde sie auf der Erde zurückbleiben, ohne Eltern, mit den Klassenkameraden - eine Horrorvorstellung.
Evangelikale und Fundamentalisten sind unterschiedlich: Nicht alle glauben an die Erschaffung der Welt in sieben Tagen, nicht alle haben die Vorstellungen von der „Endzeit“, nicht alle predigen, dass man von nichtehelichem Sex in die Hölle kommt. Aber viele. Von außen merkt man ihnen das nicht an.
Darum erzählt Ulrike Heitmüller ihren Weg: Erst das einsame Kind, das alles glaubt und Klassenkameraden missionieren will. Dann die Studentin, die Widersprüche in diesem System entdeckt, daraus flüchtet, mit dem Boxen beginnt und durchsetzt, dass auch Frauen Wettkämpfe im Amateurboxen bestreiten dürfen. Schließlich die junge Frau, die sich befreit und ein Leben aufgebaut hat.