Jedes Denkmal steht für sich – und jedes Denkmal ist immer Teil eines komplexen Gefüges von vielen anderen Monumenten. Daraus entstehen „Denkmal-Landschaften“, die einen materiellen Kern jedes nationalen Erinnerungsraums bilden. Dieser erfährt in modernen liberalen Gesellschaften eine permanente Veränderung. Denkmäler werden umgedeutet und umgelagert, manche wollen sie als Zeichen der Ablehnung einer mißliebigen Vergangenheit auch umgestalten, oder gar umdrehen. Doch Denkmale werden in heutiger Zeit sehr selten zerstört, sondern statt dessen auf Friedhöfen oder in Museen stillgestellt. Das darf man bei dem aktuellen Protestaktivismus mit symbolischen Schändungen wie Farbschmierereien nicht übersehen: der heutige „Denkmalsturz“ besteht meist aus einer Musealisierung (und dadurch erst recht Bewahrung).
Die Transformation dieser Denkmal-Landschaften vollzieht sich meist in öffentlichen Kontroversen und Aushandlungen. Ohne diese gesellschaftlichen Debatten wäre der Erinnerungswert von Denkmalen sehr begrenzt, weil sie keine Aufmerksamkeit auf sich zögen. Der Band versammelt zwölf Analysen zur Umgestaltung von Denkmal-Landschaften. Den Schwerpunkt bilden deutsche Beispiele. Besonderheiten und Gemeinsamkeiten werden dabei sichtbar durch den Vergleich auf die Denkmal-Landschaften in den ehemaligen Südstaaten der USA, im postsowjetischen Raum Osteuropas, in Ostasien und Israel.