Der Völkermord an den europäischen Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus stellte den verbrecherischen Höhepunkt einer jahrhundertelangen Ausgrenzung und Verfolgung dieser weithin diskriminierten und kriminalisierten Minderheit dar. Die historisch-wissenschaftliche Aufarbeitung dieses rassistisch und sozialpolitisch motivierten Massenmordes stand lange im Schatten der Forschungen zum Holocaust. Vor allem an lokalen Studien zur Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma fehlt es auch heute noch. Katharina Wojatzek und Rolf Fischer haben die antiziganistische Verfolgung und die Deportation der Sinti und Roma aus Dortmund erforscht, die Opfer namentlich erfasst und ihre Leidenswege aufgezeichnet.