Verwandtschaft gilt in der Adelsforschung als entscheidende Ressource, mit der die Adelsfamilien Europas ihre Positionen zu behaupten und auszubauen strebten. Demnach dienten interne Loyalisierung, Hierarchisierung und gerade die Unterstützung der in hohe Ränge aufgestiegenen Kleriker der Sicherung sozialer Chancen. Anhand des Beispiels der Familie von Kronberg und ihres herausragenden Vertreters Johann Schweikard von Kronberg (1553-1626) - Mainzer Kurerzbischof und Reichserzkanzler - wird jene Annahme durch Analyse der familiären Instrumente, Methoden und Strukturen hinterfragt.
Über den Autor
Alexander Jendorff (geb. 1970, Frankfurt/Main) ist seit 2014 Außerplanmäßiger Professor an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit 2016 Studiendirektor; 1998 Promotion, 2009 Habilitation; Forschungsschwerpunkte: alteuropäische Religions-, Herrschafts- und Sozialgeschichte, Historiografiegeschich