Die Frömmigkeitskultur der Maria Hueber (1653-1705) und der Tiroler Tertiarinnen

Rifeser, Sr. Anna Elisabeth; Rifeser, Sr. Anna Elisabeth
Die Frömmigkeitskultur der Maria Hueber (1653-1705) und der Tiroler Tertiarinnen
Institutionelle Prozesse, kommunikative Verflechtungen und spirituelle Praktiken
 
Bandnummer
172
Auflage
1. Auflage
Umfang
XVI und 759 Seiten mit Abbildungen
Einband
gebunden
Erscheinungstermin
13.08.2019
Bestell-Nr
11605
ISBN
978-3-402-11605-0
Preis
79,00
Am Beispiel der Gründerin der ersten Kommunität von Tiroler Tertiarinnen in Brixen, Maria Hueber (1653-1705), und zweier ähnlich ausgerichteter Gemeinschaften in Bozen und Kaltern wird in dieser kulturwissenschaftlich und gendersensibel ausgerichteten Studie deren Frömmigkeitskultur eruiert und aufgezeigt, welche Bedeutung religiöse Praktiken, Symbole und Normen im Gründungsprozess, den Beziehungsverflechtungen und der Jesuskind-Verehrung hatten. Ersichtlich wird, dass sich das Frömmigkeitssystem zwischen den Polen Verflechtung und Emanzipation bewegte, sämtliche Bereiche des Lebens durchwirkte und vielfältige kommunikative und spirituelle Ressourcen bereitstellte.
Wie sich Frauen im 17. und 18. Jahrhundert der Ressource „Reli­giosität“ bedienten und welche Rolle spirituelle Praktiken in ihrem Alltag spielten, gehört zu den bislang kaum beachteten Fragen der kirchenhistorischen Forschung.
Sr. Anna Elisabeth Rifeser versucht in dieser kulturpraxeo­logischen und dezidiert gendersensibel ausgerichteten Mikrostudie dieses Forschungsdesiderat aufzugreifen und eruiert mithilfe von symboltheoretischen, sozialgeschichtlichen, netzwerktheoretischen und historisch-theologischen Methoden die Frömmigkeitskultur der Tertiarinnen von Brixen und ihrer Gründerin, Maria Hueber (1653–1705), sowie zweier weiterer Gemeinschaften in Bozen und Kaltern. Beleuchtet werden dabei die institutionellen Praktiken, welche die Schwestern zur Schaffung eines neuen Typus von Ordensleben motivierten. Anschließend erfolgt eine gendersensible Analyse der Beziehungsverflechtungen um Hueber, die den bislang kaum beachteten Beitrag von adeligen Frauen („Matro­ninnen“) beleuchtet. Zuletzt widmet sich dieses Werk der Jesus­kind-Verehrung in diesen Gemeinschaften und bietet eine innovative Deutung dieser Frömmigkeitsform auf der Basis Michel de Certeaus, mit der aufgezeigt wird, dass die Statuetten als realpräsente Darstellung Jesu vielfältige Interaktionsmöglichkeiten und nicht zuletzt ein Emanzipationspotenzial boten.
Ersichtlich wird, dass sich das Frömmigkeitssystem zwischen den Polen Verflechtung und Emanzipation bewegte, sämtliche Bereiche des Lebens durchwob und vielfältige kommunikative und spirituelle Ressourcen bereitstellte.
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