Bis an die Ränder der Welt

Meier, Johannes
Bis an die Ränder der Welt
Wege des Katholizismus im Zeitalter der Reformation und des
Barock
 
Auflage
1. Auflage
Umfang
368 Seiten
Einband
gebunden
Erscheinungstermin
02.05.2018
Bestell-Nr
13256
ISBN
978-3-402-13256-2
Preis
29,80

Weitere Informationen

Nicht einmal mehr jedes vierte Mitglied der katholischen Kirche ist Europäer. Der Erdteil, der sich jahrhundertelang als Zentrum des Christentums verstehen konnte, stellt heute noch 23 %, Deutschland 2 % aller Katholiken. Das Christentum ist zu einer Religionsgemeinschaft geworden, die die große Mehrheit ihrer Gläubigen in der südlichen, und das heißt: in der ärmeren Hemisphäre der Erde hat. Diese veränderte Lage bedeutet für die historische Theologie, sich vom Eurozentrismus zu lösen und die Kirchengeschichte Afrikas, Asiens und Amerikas zum Gegenstand von Lehre und Forschung zu machen.

Zeitgleich mit der Reformation, in deren Folge sich das westliche Christentum in Konfessionen teilte, begann die Evangelisierung der außereuropäischen Welt. Beide Bewegungen bilden einen Kontrast von religiösen Handlungsenergien. Die Entdeckung der Seewege nach Amerika (1492) und Asien (1498) eröffnete der katholischen Mission transkontinentale, universale Möglichkeiten. Es entstand ein außereuropäisches Christentum. Allein Brasilien, Mexiko und die Philippinen, drei Länder, die während der Lebenszeit Martin Luthers (1483-1546) mit dem katholischen Glauben in Berührung kamen und wo heute mehr als ein Viertel der weltweit ca. 1,25 Milliarden Katholiken leben, machten die Kirche bunter und vielfältiger.

Zwar verwoben in die Globalgeschichte der europäischen Expansion, unterwarf sich die Mission doch nicht einfach den kolonisierenden Interessen und der politischen und ökonomischen Gewalt, sondern ging oft eigensinnig, dialogisch und inklusiv, nicht exklusiv vor. So wollte sie ihrer Aufgabe gerecht werden: die unbekannte "Oikumene" wahrzunehmen und ihr das Evangelium des Jesus von Nazaret als Gesandten Gottes zu bringen. Viele aus heutiger Sicht moderne Ansätze, den christlichen Glauben in nicht-westlichen Gesellschaften zu inkulturieren, verschwanden nach dem unglücklichen Ausgang des Ritenstreits (1742/44), noch bevor die Aufklärer die Träger der katholischen Mission, allen voran die Gesellschaft Jesu, die Jesuiten, attackierten, also jenen Orden, der den Lebensweg des ersten nicht-europäischen Papstes der Neuzeit geprägt hat, Franziskus (seit 2013).

Dieses Buch nimmt seine Leserinnen und Leser mit auf eine Entdeckungsreise. In zwölf Kapiteln ist zu erfahren, wie sich in der Epoche zwischen der Eroberung des alten ostkirchlichen Zentrums Konstantinopel durch die Osmanen (1453) und der Französischen Revolution (1789) der Katholizismus zur Weltkirche entwickelt hat.

Über den Autor

Johannes Meier (geb. 1948) habilitierte sich 1989 an der Universität Würzburg und lehrte von 1991 bis 2013 Kirchengeschichte an den Universitäten Bochum und Mainz. Er gehört der "Studienkommission für lateinamerikanische Kirchengeschichte" (CEHILA) an und ist ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz.
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