Fürstliche Prachtentfaltung in Abwesenheit des Herrschers

Schepers, Heinrich
Fürstliche Prachtentfaltung in Abwesenheit des Herrschers
Bedeutung von Schloss und Hofstaat im Fürstbistum Osnabrück zur Regierungszeit Friedrichs von York (1764-1802)
 
Bandnummer
30
Auflage
1. Auflage
Umfang
348 Seiten, 28 Abb. im Anhang
Einband
kartoniert
Erscheinungstermin
23.05.2018
Bestell-Nr
15075
ISBN
978-3-402-15075-7
Preis
51,00

Weitere Informationen

In den Jahren von 1764 bis 1791 erfuhr das Osnabrücker Schloss während der Regierungszeit des Fürstbischofs Friedrichs von York eine erhebliche bauliche Aufwertung. Mit der Fertigstellung des Schlossinnenbereichs im klassizistischen Stil im Jahr 1791 und mit der durch den Fürsten forcierten Veränderung des Schlossgartens in Form eines englischen Landschaftsgartens entstand ein Gestaltungskonzept, mit welchem der Landesherr die zeitgenössischen modischen Vorgaben in Architektur- und Gartengestaltung rezipierte. Der Osnabrücker Fürstbischof unterhielt zudem einen Hofstaat, der die Erwartungen, die vonseiten der höfischen Gesellschaft an ein mittelmächtiges Fürstbistum gestellt wurden, erfüllen konnte. Bemerkenswert ist, dass sowohl Friedrich, als auch sein Vater, der englische König Georg III., hohe Summen für die fürstliche Prachtentfaltung aufwendeten, ohne selbst dauerhaft im Hochstift anwesend zu sein. Daraus lässt sich folgern, dass über Schloss und Hofstaat symbolisch auf die Herrschaft Friedrichs verwiesen wurde. Auf diese Weise ließ sich die Präsenz des Fürsten suggerieren, ohne dass dabei die Anwesenheit des Herrschers oder das höfische Zeremoniell eine zentrale Rolle spielten. Vielmehr blieb die über Schloss und Hofstaat generierte Repräsentation auf Basis der Sichtbarmachung und Selbstsymbolisierung von Ordnungsmechanismen bis zur Säkularisation des Fürstbistums Osnabrück im Jahr 1802 ein elementarer Bestandteil der Strategie zur Vergegenwärtigung der Herrschaft des abwesenden Landesherrn.

Über den Autor

Heinrich Schepers erlangte 2010 den Abschluss „Magister Artium“ an der Universität Osnabrück nach einem Studium der Fächer Neuere und Neueste Geschichte, Geschichte des Mittelalters sowie Philosophie und promovierte am Interdisziplinären Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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