Die Tagebücher des Ludwig Freiherrn Vincke 1789-1844

Behr, Joachim / Schedensack, Christine (Hrsg.)
Die Tagebücher des Ludwig Freiherrn Vincke 1789-1844
Vincke Band 11: 1840-1844
 
Bandnummer
55
Auflage
1. Auflage
Umfang
516 Seiten
Einband
gebunden
Erscheinungstermin
29.11.2019
Bestell-Nr
15750
ISBN
978-3-402-15750-3
Preis
74,00

Weitere Informationen

Bis in seine letzten Tage folgte Vincke dem Grundsatz „Müßigkeit vermeiden, keine Zeit für Zerstreuungen verschwenden“. Unermüdlich war er in seiner Provinz unterwegs, beschäftigt mit wirtschaftlichen Fragen, dem Ausbau der Infrastruktur, Ordnung des Armenwesens und sozialen Einrichtungen. Jeder neue Straßenabschnitt wurde nach seiner Fertigstellung von ihm persönlich kontrolliert. Manchmal erreichte er dabei die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Er verbuchte Erfolge, musste aber auch Enttäuschungen hinnehmen. So konnte er für die Köln-Mindenener Eisenbahn nicht die von ihm bevorzugte Linienführung über Hamm durchsetzen. Bei der Diskussion um die Westfälische Landgemeindeordnung. die seinen Vorstellungen zutiefst widersprach, musste er schrittweise seine Grundsätze aufgeben.
Dem Thronwechsel nach dem Tode Friedrich Wilhelms III. sah Vincke mit Besorgnis entgegen. Guten Willen wollte er dem Thronerben nicht absprechen, störte sich aber an dessen „poetischen Grillen“. So täuschte er sich auch, wenn er in der Einberufung der vereinigten Ausschüsse einen Beweis für Absichten des Königs sah, die ständischen Rechte zu erweitern. Friedrich Wilhelm IV. war zu sehr in provinzialständischen Vorstellungen befangen, um dem liberalen Drängen nach Verfassungsreformen nachzugeben.
Zu seinem ältesten Sohn Georg hatte Vincke ein besonders enges Verhältnis. Er war ihm Vertrauter und Ratgeber in dienstlichen wie privaten Angelegenheiten. Was den Vater jedoch bekümmerte, war sein Widerspruchsgeist, der auf dem Landtag zu einer offenen Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn geführt hatte.
Allmählich machte sich das Alter bemerkbar. Vincke klagte über zunehmende Schwerhörigkeit, die ihm Mühe machte, beim sonntäglichen Kirchenbesuch der Predigt zu folgen. Gerüchte von einer baldigen Pensionierung liefen um.
Am 3. November 1844 trat der Oberpräsident seine letzte Dienstreise nach Minden an, bei der er einen Schlaganfall erlitt, von dessen Folgen er sich nicht mehr erholte.
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