Die Täufer des 16. Jahrhunderts sind das andere Erbe der Reformation. Gegenwärtige Kirchen wie die Mennoniten und indirekt die Baptisten sehen sich in ihrer Tradition. 2025 wurde an 500 Jahre Täuferbewegung erinnert: 1525 fand die erste täuferische Glaubenstaufe in Zürich statt.
Von Anfang an waren die Täufer umstritten. Sie wollten die Reformation eines Luther und Zwingli konsequent weiterführen. Ihr individuelles Leben und das ihrer Gemeinden sollte radikal an den Maßstäben der Bibel ausgerichtet werden. Zugleich waren die Täufer eine äußert vielfältige Bewegung mit teils konträren Anschauungen und unterschiedlichen Ausprägungen. In den Augen der etablierten Kirche, lokaler Obrigkeiten und anderer Reformatoren jedoch waren sie Ketzer, 'Schwärmer' oder 'Aufrührer'.
Für die heutige historische und ökumenische Erinnerung an die Täuferbewegung ist es daher zentral, die Spannung zwischen Fremdwahrnehmung und Selbstbildern in der Frühen Neuzeit zu reflektieren. Das vorliegende Buch enthält 20 exemplarische Forschungsbeiträge zu diesem Spannungsfeld und der Vielfalt täuferischen Lebens in der Frühen Neuzeit.
Über den Autor
Prof. Dr. Jonathan Reinert ist Professor für Kirchengeschichte und Ökumenik an der Theologischen Hochschule Reutlingen.
PD Dr. Astrid von Schlachta ist wiss. Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen der Universität Hamburg und Leiterin der Mennonitischen Forschungsstelle Weierhof.
Prof. Dr. Andrea Strübind ist Professorin für Kirchengeschichte an der Universität Oldenburg.