Das Vincenzheim in der Dortmunder Nordstadt war eine der wichtigsten und größten Einrichtungen der Fürsorgeerziehung für weibliche „Zöglinge“ in Westfalen. 1903 eröffnet, blickt es auf eine wechselvolle Geschichte zurück. So galt das Vincenzheim in den 1960er Jahren als modern und zukunftsgewandt, um dann in den 1970er Jahren zum Schauplatz erbitterter Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern der Heimerziehung zu werden.
Diese Studie geht der wechselvollen Geschichte von St. Vincenz, das 2024 mit der Dortmunder Jugend- und Familienhilfe St. Bonifatius 2024 zur Katholischen Jugendhilfe Dortmund (KJD) fusionierte, aus unterschiedlichen Perspektiven nach. Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, sowie umfangreiche Archivstudien eröffnen Einblicke in die Entwicklungsprozesse der Einrichtung, die Debatten, die um das Vincenzheim geführt wurden, und die – oftmals leidvollen – Erfahrungen ehemaliger Heimbewohnerinnen.