Die Orthodoxe Kirche wird gewöhnlich mit dem Byzantinischen Ritus identifiziert. Dieses Buch untersucht ein bislang kaum erforschtes Phänomen, das diese Gleichsetzung in Frage stellt: die Western Rite Orthodoxy. Während dieses Kapitel jüngerer orthodoxer Liturgie- und Kirchengeschichte im wissenschaftlichen Diskurs bisher kaum beachtet wurde, werden hier seine kirchenhistorischen Entstehung sowie liturgischen Ausdrucksformen systematisch nachgezeichnet.
Die Studie zeigt, dass sich Formen einer Westlichen Orthodoxie seit dem 19. und besonders im 20. Jahrhundert in unterschiedlichen Kontexten herausgebildet haben und pluriforme Erscheinungsformen ausgebildet haben, die nicht nur unterschiedliche liturgische Traditionen sondern auch ekklesiologische Identitätsdiskurse und theologische Implikationen widerspiegeln.
Im Zentrum stehen Fragen nach der Möglichkeiten und Grenzen der Integration „westlicher“ liturgischer Traditionen in die orthodoxe lex orandi, nach den Formen liturgischer Entwicklungen sowie nach Implikationen für das Selbstverständnis der Orthodoxie. Die Arbeit verbindet liturgiewissenschaftliche Analyse mit ökumenischen und ekklesiologischen Perspektiven und eröffnet damit einen differenzierten Zugang zu einem bisher vernachlässigten Feld, das auch Impulse für das Verständnis aktueller orthodoxer Identitätsdiskurse liefern kann.
Über den Autor
Elias Haslwanter, geb. 1994, ist seit 2025 Assistant Professor für Liturgical Studies and Sacramental Theology an der School of Theology and Religious Studies an der Catholic University of America in Washington, DC