Gefühle sind kontingente Phänomene. Sie zeigen an, was uns betrifft, wie wir unsere Erfahrungen deuten und bewerten – oder genauer: was wir als bedeutsam wahrzunehmen gelernt haben. Emotionen sind keine zufälligen Regungen, keine bloß individuelle Angelegenheit, sondern immer auch Spiegel sozialer Praxis. In der katholischen Moraltheologie wird diese Einsicht bislang kaum reflektiert. Die Studie setzt an diesem Desiderat an. Am Beispiel antiker Theorien und biblischer Schriften legt sie die kontingente Prägung menschlicher Gefühlswelten frei und eröffnet auf dieser Grundlage neue Perspektiven für die theologisch-ethische Beurteilung emotionaler Erfahrungen.
Über den Autor
Stephanie Höllinger, PD Dr. theol., hat sich 2018 im Fach Moraltheologie an der Universität Wien promoviert und wurde 2025 mit der vorliegenden Arbeit an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz habilitiert.