Den Ausgangspunkt dieser Studie bildet folgende Beobachtung: Der Begriff intrinsece malum, ein normativer Terminus, der vornehmlich mit der katholischen Sexualethik verbunden ist, scheint eine Ausweitung seines Gebrauchs zu erfahren und wird mittlerweile häufig in unterschiedlichen theologischen Disziplinen, in der kirchlichen Praxis sowie sogar in Wortmeldungen kirchlicher Vertreter im öffentlichen Diskurs herangezogen. Im weitesten Sinne bezeichnet intrinsece malum jene Handlungen, die unter allen Umständen moralisch verwerflich sind, unabhängig von den jeweiligen Umständen und der Intention des Handelnden. Um diese jüngere Entwicklung um den Gebrauch des Begriffs intrinsece malum angemessen beurteilen zu können, unternimmt die vorliegende Studie sowohl eine historische Analyse der Ursprünge und Bedeutungsdimensionen des Konzepts als auch eine kritisch-hermeneutische Prüfung seiner gegenwärtigen Verwendung und Relevanz in der theologischen Ethik sowie im weiteren öffentlichen Diskurs.
Über den Autor
Dr. Nenad Polgar ist seit 2023 Professor für theologische Ethik an der Fakultät für Theologie und Religionswissenschaft (Katholische Universität Leuven). Er promovierte 2012 an derselben Universität und habilitierte sich 2021 an der Universität Wien.