Militanz und Antimilitanz im Koran

Pohlmann, Karl-Friedrich; Pohlmann, Karl-Friedrich
Militanz und Antimilitanz im Koran
Historisch-kritische Untersuchungen zur Korangenese und zu den Ursprüngen des militanten Islam
 
Auflage
1. Auflage
Umfang
VI und 227 Seiten
Einband
gebunden
Erscheinungstermin
08.10.2018
Bestell-Nr
13382
ISBN
978-3-402-13382-8
Preis
39,80
Gewalt im Islam – dieses Thema entfacht seit Langem leidenschaftliche Debatten auf allen Ebenen. Dazu liefert die Studie von Pohlmann jetzt einen wissenschaftlichen Beitrag mit höchst bemerkenswerten Erträgen: Auf dem Wege historisch-kritischer Textanalysen, wie sie in der heutigen Bibelwissenschaft Standard sind, kann er zeigen, dass die Militanz propagierenden Passagen im Koran späte Interpolationen sind und als "Fremdkörper" mit der Grundkonzeption koranischer Frömmigkeit kollidieren. Diese Textprodukte lassen sich nicht mehr auf Mohammed zurückführen. Ihre Autoren zielen letztlich darauf ab, koranische Glaubensauffassungen samt der entsprechenden friedfertigen Frömmigkeitspraxis zu einer Herrschaft stabilisierenden sowie Gewalt legitimierenden Religion, zur Religion eines zu organisierenden arabischen Imperiums umzugestalten.
Gewalt im Islam – dieses Thema entfacht seit Langem leidenschaftliche Debatten auf allen Ebenen. Dazu liefert diese Studie jetzt einen wissenschaftlichen Beitrag mit höchst bemerkens werten Erträgen: Pohlmann kommt zu dem Ergebnis, dass die Textbereiche und Textfolgen zum Themenkomplex »Militanz und Antimilitanz im Koran« eine Konfl iktkonstellation innerhalb der koranischen Gemeinde nach dem Tod des »Gesandten« widerspiegeln. Die Militanz propagierenden Passagen im Koran sind späte Interpolationen und kollidieren als ein »Fremdkörper« mit der Grundkonzeption koranischer Frömmigkeit. Ihre Autoren haben bereits die kriegerischen Entwicklungen auf der arabischen Halbinsel nach dem Rückzug der byzantinischen Ordnungsmacht im Blick. Ihre Textprodukte zielen letztlich darauf ab, den koranischen Glauben samt der entsprechenden friedfertigen Frömmigkeitspraxis zu einer Herrschaft stabilisierenden sowie Macht und Gewalt legitimierenden Religion, zur Religion eines zu organisierenden Imperiums umzugestalten. Bekanntlich wird der gesamte Inhalt des Korans muslimischerseits bislang ausnahmslos von Mohammed hergeleitet. Dass dies keinesfalls stimmen muss, legt Pohlmann in dieser Untersuchung dar. Er wendet wie bereits in seinem früheren Band über »Die Entstehung des Korans« konsequent den Methodenapparat historischkritischer Textanalysen an, wie das in der heutigen Bibelwissenschaft Standard ist, in den sogenannten westlichen akademischen Koranwissenschaften dagegen noch eher eine Seltenheit.
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