65. Jahrgang / Schwerpunktthema: Wald, Heide & Moor / Natur in Westfalen
288 Seiten, umfangreich, z. T. farbig bebildert, kart., 17 x 24 cm, erschienen 2010,
ISBN 978-3-402-15817-3
Zusammenfassung
Wald, Heide & Moor:
Die Natur in Westfalen
Nach der »Varusschlacht« 2009 und der »Industriekultur« 2010 greift das Jahrbuch Westfalen im Jahr 2011 das facettenreiche Thema »Natur in Westfalen« als Schwerpunkt auf. Moore und Hochheiden rücken ebenso in den Fokus wie die Renaturierung des Zementreviers in Beckum oder das Naturschutzgroßprojekt Senne. Um den westfälischen Wald geht es ebenso wie um die Renaturierung der Lippe. Auch die biologischen Stationen werden vorgestellt – in Westfalen im Allgemeinen und in Zwillbrock im Besonderen. Die Bergehalde »Hoheward« als Natur aus zweiter Hand ist ebenso Thema wie der Graureiher. Intensiv um Naturschutz kümmert sich auch die NRW-Stiftung, die 2011 auf 25 Jahre zurückblicken kann. Und die Bio AG des Conrad-von-Soest-Gymnasiums macht deutlich, wie man mit kleinen Schritten doch Großes bewirken kann! Wie immer sorgen weitere Rubriken für lohnenden Lesestoff. In der Abteilung »Menschen in Westfalen« geht es zum Beispiel um Johannes Sethmann, der im Dreißigjährigen Krieg in Kamen-Heeren als Pfarrer amtierte, um den Besuch des Grafen von Zinzendorf in Berleburg, den Bildhauer Egbert Broerken und um die ersten Direktoren des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Unter »Museen in Westfalen« werden in diesem Jahr das Kloster Dalheim, das Sauerlandmuseum in Arnsberg, das Technikmuseum in Freudenberg sowie das Diözesanmuseum in Paderborn vorgestellt. In der Rubrik »Geschichten und Geschichte« geht es um die spannende Frage, ob wirklich schon in römischer Zeit – in den Jahren kurz vor der Varusschlacht – nahe dem heutigen Brilon Blei abgebaut worden ist. Das wird vielfach behauptet, doch man kann die Frage auch unter einem anderen Blickwinkel betrachten – und schon ist der römische Bleiabbau gar nicht mehr so sicher. Und woher kamen eigentlich die Bremer Stadtmusikanten? Dass sie in Bremen nicht angekommen sind, steht ja im Märchen, aber welchen Ausgangspunkt hatte die abenteuerliche Reise – manches spricht für Ostwestfalen. Die »Kultur« beschließt wie immer auch den diesjährigen Band – mit einem Krimi aus Westfalen, einem Bericht über die Burg Vischering als Filmkulisse und einem Beitrag über das neue Museum in Gütersloh – ein bemerkenswertes Projekt in einer Zeit des Sparens. Kurzum: Wer sich für Westfalen interessiert, der sollte schon mehr als nur einen Blick ins neue Jahrbuch Westfalen werfen. Seit mehr als 60 Jahren greift das Jahrbuch regionale Themen auf – und sorgt dafür, dass sowohl Geschichte als auch Gegenwart und Zukunft zum Lesespaß beitragen. Und genau die richtige »Mischung« macht das aus, was langjährige »Liebhaber« am Jahrbuch Westfalen so schätzen: Es ist bunt, spannend und fundiert.
Dr. Peter Kracht, geb. 1956, lebt als Journalist in Unna. Ehrenamtlich ist der promovierte Althistoriker als Kreisheimatpfleger im Kreis Unna tätig. Er ist Vorsitzender des Heimatgebietes »Hellweg« im Westfälischen Heimatbund, bei dem er auch die Fachstelle Geschichte leitet. Überdies ist Dr. Kracht im Präsidium des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) sowie im Vorstand des Deutschen Wanderverbandes für den Bereich Kultur zuständig. In zahlreichen Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträgen sowie Buchveröffentlichungen hat er sich mit verschiedenen Aspekten der westfälischen Geschichte beschäftigt. Auf Exkursionen bringt Dr. Kracht Interessierten die Sehenswürdigkeiten der heimischen Region nahe.